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21. Mär. 2014, 15:51 Uhr

Fahrplan-Verbesserungen prüfen

Seit 3 Monaten fährt die S-Bahn. Der Busbetrieb in der Region ist neu organisiert. Leistungen sind ausgebaut und brachten Verbesserungen. Trotzdem: nicht alles ist besser geworden. Die Gemeinden der Region Uzwil-Wil verlangen Nachbesserungen. Das Amt für öffentlichen Verkehr ist gefordert.

Die neue S-Bahn war ein großer Wurf, mit Auswirkungen auf den Busbetrieb im Fürstenland. Vor der Umsetzung gab’s ein Konzept.
Unzufriedenheit verteilen

Harte Fakten wie SBB-Fahrpläne, Fahrzeiten und -Distanzen gaben den Takt an. Es war unmöglich, alle Zugsanschlüsse an den Bahnhöfen Wil, Uzwil und Flawil mit dem Bus abzunehmen. Deshalb konnten trotz Leistungsausbau nicht alle Bedürfnisse erfüllt werden. Die einen Gemeinden mussten die Schließung von Bahnhöfen hinnehmen, andere Umwege und längere Fahrzeiten, wiederum andere höhere Kosten und fehlende Anschlüsse, die bisher funktioniert hatten. Zum Schluss sprach der Kanton ein Machtwort und setzte den Konzeptfahrplan fest.



Wirtschaftliches Konzept

Dieses Konzept bildete die Grundlage für die Umsetzung. Busunternehmen konnten sich beim Kanton um einzelne Linien erwerben. Es wurden Versuchsfahrten unternommen, bisherige Erfahrungen berücksichtigt. Positiv: Insgesamt ist das Buskonzept Fürstenland außerordentlich wirtschaftlich. Die Zahl der Leerfahrten und die Standzeiten der Fahrzeuge sind kurz. In der Praxis zeigt sich nun die Kehrseite der Medaille: die Übergänge von Bus zu Bahn und umgekehrt sind so knapp, dass die Anschlüsse schon bei kleinen Verspätungen nicht gehalten werden können.



Auf Pendler

Das Buskonzept orientiert sich zur Hauptsache an den Pendlerströmen. Für die meisten Einwohner der Region ist St. Gallen die erste Destination, Wil die zweite und dann geht es nach Winterthur und Zürich. Das Konzept ist deshalb hauptsächlich auf die Anschlüsse Richtung St.Gallen ausgerichtet. Zudem korrespondiert der angestrebte Halbstundentakt auf den verschiedenen Linienabschnitten nicht mit dem Bahnfahrplan. Es zeigt sich, dass die Ausrichtung auf den Halbstundentakt und die Anschlüsse Richtung St.Gallen und Wil zu konsequent umgesetzt wurde. Für verschiedene Dörfer gingen die Intercityanschlüsse in Uzwil in Richtung Zürich verloren.



Dem Kanton unterbreitet

Die Gemeinden haben dem Amt für öffentlichen Verkehr die Reklamationen aus ihrer Bürgerschaft zum neuen Busfahrplan unterbreitet. Für die Buslinie Wil-Niederhelfenschwil-Oberbüren-Gossau mussten Sofortmaßnahmen umgesetzt werden. Aufgrund der Vernetzung des Fahrplans hatten Verspätungen dort Auswirkungen auf die ganze Region.



Dezember 2014 im Fokus

Unter dem Fahrplan-Jahr können keine Konzept-Änderungen gemacht werden. Versuche in dieser Richtung mussten nach einer Woche abgebrochen werden, die Verwirrung war größer als der Nutzen. Der Fokus richtet sich deshalb auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Er soll weitere spürbare Verbesserungen bringen und korrigieren, was nicht funktioniert. So das Ziel. Auf dieses arbeiten Gemeinden und Kanton hin.



Ortsbus erweitern?

Ein Lösungsansatz könnte sein, das Uzwiler Ortsbus-Konzept auf die Nachbargemeinden Oberbüren und Oberuzwil auszudehnen und damit regionale Busanschlüsse abzulösen So könnten wichtige Busverbindungen konsequent auf einen Bahnhof ausgerichtet werden. Die Quadratur des Kreises – mit dem selben Bus die Anschlüsse an verschiedenen Bahnhöfen zu gewährleisten – würde sich allenfalls vereinfachen. Sodann wird geprüft, ob Lichtsignalanlagen noch besser auf den öffentlichen Verkehr abgestimmt werden könnte und ob der Billettverkauf nicht mehr beim Chauffeur, sondern an einem Automaten im Fahrzeug Zeitgewinne verschaffen könnte.



Kein individueller Zuschnitt

Das Angebot des öffentlichen Verkehrs muss verlässlich und konstant sein. Es orientiert sich am Bedürfnis der Pendlerströme, kann nicht jedes individuelle Bedürfnis abdecken. Dieser Spagat wird auch bei den nächsten Fahrplan-Änderungen immer wieder aufs Neue versucht werden müssen.
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